Wie kriegen wir eine Stimme?

IMPULSE – 18. August 2014

„Kirche und Gemeinden in ihrer Mission unterstützen“ ist die Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD). Zur AMD gehören die Ämter für missionarische Dienste bzw. Ämter für Gemeindedienst aller Gliedkirchen der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und mehr als 70 selbständige Werke und Verbände in Deutschland. Malte Detje berichtet uns von einem Treffen, an dem er kürzlich teilnahm.

 

Am 6. August rollte mein Zug in Hannover an. Ein spannender Tag stand bevor. Die AMD hatte zum Gedankenaustausch geladen:

„Wie kann eine missionarische Kirche der Zukunft aussehen?“ So versammelte sich eine mehr oder weniger jüngere Generation, um gemeinsam diese Frage zu erörtern. Ich fand mich in einer bunten Runde aus insgesamt knapp 20 Frauen und Männern wieder. Bunt sowohl hinsichtlich der Lebensphasen: Von Theologiestudierenden über Vikare zu jungen Pastor*innen, wie so manch einem dazwischen. Bunt war es aber auch inhaltlich. Zwar waren wir alle irgendwie in Kirche „missionarisch unterwegs“, schnell wurde aber klar, dass dieses missionarische Anliegen im Konkreten Verschiedenes meinen konnte.

 

In diversen Gesprächen und Austauschrunden kristallisierte sich dennoch heraus, dass eines vielen gemeinsam war: Die Suche nach neuen Ausdrucksformen von Kirche. Die Sehnsucht, Kirche und Gemeinde so zu leben, dass der Glauben zeitgemäß ansprechend ist. Der eine oder andere hatte dabei aber ebenfalls schon die Erfahrung gemacht, dass man damit hin und wieder bei der „Institution“ Kirche aneckt.

 

Für mich persönlich gab es vor allem eine schöne Entdeckung: Es gibt noch so viele andere, quer in ganz Deutschland verteilt, die ebenfalls von einer missionarischen und innovativen Kirche träumen, von Kiel bis zum Bodensee. Mir wurde deutlich, wie sehr man manchmal in seinem „Kirchturmdenken“ gefangen ist. Da ist es einfach klasse, wenn man z.B. etwa von church convention aus dem Süden des Landes erfährt. Oder dass die benachbarte lutherische Kirche in Hannover gemeinsam mit dem Bistum Hildesheim inzwischen durch Kirche² sogar eigene Fortbildungen zum Thema „fresh ex“ anbietet. Wow. Wäre das nicht auch etwas für „meine“ Nordkirche?

 

Ich empfand es als ein schönes Zeichen, dass die AMD von uns wissen wollte, wie man uns „Jüngere“ in unserem missionarischen Anliegen unterstützen könnte. Und genau darum haben wir dann noch gemeinsam gerungen. Es gab viele Ideen. Ob wir dann am Ende aber zu einem guten und praktikablen Ergebnis gekommen sind – da bin ich mir leider noch etwas unsicher. So einiges bräuchte es wohl: Von mehr Vernetzung, gegenseitiger Begleitung im Gebet über eventuelle gemeinsame Tagungen hin zu einer „hörbaren Stimme“ in der EKD. Es wäre doch klasse, wenn es ein breiteres Bewusstsein für die Notwendigkeit von neuen Ausdrucksformen von Kirche gäbe und die Unterstützung dafür noch größer wäre. Darum hoffe ich sehr, dass die gesammelten Ideen und Vorschläge von der AMD aufgenommen werden und am Ende etwas Konkretes dabei herauskommt.

 

Als ich am Ende eines bereichernden Tages wieder in der Zug stieg und die Gespräche noch einmal an mir vorüberziehen ließ, wurde mir klar: Egal was noch passiert, für mich war der Tag eine Bereicherung. Mein Horizont ist weiter geworden. Kleine Aufbrüche gibt es an so vielen Orten. Das zu wissen, tut gut.

 

Malte Detje beginnt im September sein Vikariat in der ev.-luth. Kirche in Norddeutschland und bloggt unter www.maltedetje.wordpress.com über Gemeindeleitung und Predigt.

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