Wer wird es sein?

IMPULSE – 14. März 2013

Da, und plötzlich: gestern um 19.06 Uhr sieht die Welt den weißen Rauch. Der Petersplatz füllt sich. Die Stimmung ist froh-erregt. Wer wird es sein? Mit Franziskus hat niemand gerechnet, kaum jemand mit dem Papst aus Argentinien, der ja auch schon 77 Jahre alt ist. In seinen ersten Schritten und seinen ersten Worten und Gesten bezeugt er einen Aufbruch, und zeugt Hoffnung.

 

Ein Heiliger über alle Grenzen hinweg, das war Franziskus von Assisi. Er stammte aus einer reichen Bürgerfamilie, aber er suchte, und er fand das Evangelium. „Sine glossa“ – ohne Kommentar wollte er es leben. Und er hatte eine Inspiration: die Kirche wieder aufzubauen.

 

Mit einem solchen Namen hat der Papst ein Programm, das uns von Kirchehoch2 elektrisiert: ist das nicht genau jener Geist, den wir auch gespürt haben bei unserem Kongress? Ein Geist der Einfachheit und der Leidenschaft für eine Kirche, die kommen will: eine Kirche, die Raum schafft für die unerwarteten Einbrüche des Geistes? Eine Kirche, die ermutigt zum Experiment und zum Hinausgehen zu den Menschen: „Wenn wir Gläubige bleiben wollen, müssen wir hinausgehen. Indem man gläubig bleibt, geht man hinaus“ (Papst Franziskus)

 

Der neue Papst, der da gestern auf der Loggia stand, setzte ein bedeutsames Zeichen: Er verbeugte sich vor dem Volk Gottes, das da in Massen auf dem Petersplatz war. Genau – es ist die Kraft der Taufe, es ist die Kraft des Geistes und der Gaben, die uns Kirche sein läßt.

 

Sicher, der Papst ist römisch – in diesem neuen Papst spürt man aber zuerst jene Katholizität und Weite, die wir ersehnen. Und vielleicht liegt in der Verbeugung vor dem Volk Gottes jene Ermutigung und Ermächtigung, die Kirchehoch2 weitergehen läßt und sich in vielfachen Initiativen ausfalten will.

 

Dr. Christian Hennecke

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