In drei Tagen am Ratzeburger See haben wir Ende Juni mit Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Erzbistum Hamburg und der Nordkirche ein erstes ökumenisches Pastoralkolleg unter dem Titel „Geh aus mein Herz“ durchgeführt. Es ging um Gottes Geist im Guerilla Gardening, darum zu sehen, was wachsen will und Inspiration für kirchliche Biodiversität mitzunehmen. Die Tagung bestand aus Vorträgen und Filmen, aus viel kollegialer Beratung und ökumenischer Vernetzung. Dank konfessionellem Vokabelheft und einem liebevollen Miteinander gelang es, eigene Gartenbilder zu entwickeln und ekklesiologische Fragen mit den Spielregeln der Pflanzen zu verknüpfen.

 

Zwischen Säen und Ernten, arbeiteten wir an der eigenen Haltung und lernten voneinander das Aushalten und Anteil haben am Wachstum von Gottes Reich. Wir sind sehr dankbar für die Offenheit der Teilnehmenden, die Gastfreundschaft im Pastoralkolleg und kommen hoffentlich bald zurück an diesen wunderbaren Tagungsort zwischen Dom und See.

 

Von systemverändernden Wölfen 

 

Inhaltlich hat mich die Metapher der Wölfe im Yellowstone Nationalpark besonders fasziniert, die alleine durch ihre Anwesenheit das dortige Ökosystem verändert haben. Flussläufe konnten zurück in ihr ursprüngliches Bett, Flora und Fauna hat sich erholt und ein Gleichgewicht der Tierarten wurde wieder hergestellt.

 

Ähnliches wünsche ich mir für die Kirche(n): Durch Menschen die da sind und zuhören, schon jetzt mitmachen und eigene Ideen ausprobieren, das System zu verändern. An einigen Orten zurück zum Eigentlichen zu gehen, Erholung und Ruheräume zu ermöglichen und ein gutes Neben- und Miteinander zu schaffen – um es in Fresh X Vokabular zu sagen eine Mixed economy bzw. ein echter Mischwald eben.

 

Falls es Ihnen und euch manchmal an Mut oder Vorbildern fehlt, möchte ich noch einen Ted-Talk von Amy Wambach, Feministin und DIE amerikanische Fußballspielerin schlechthin, mit auf den Weg geben. Sie spricht – in der längeren Version – über Transitionen und die eigene Rolle im System. Vor allem aber ermutigt sie (in diesem kurzen Ausschnitt), neugierig zu sein und nicht als Rotkäppchen, sondern als systemverändernder Wolf durchs Leben zu gehen.

 

Friederike Goedicke

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