Was ist schön?

IMPULSE – 29. August 2016

Harald Sommerfeld: „Mit Gott in der Stadt. Die Schönheit der urbanen Transformation“ – Rezension

 

In Städten bist du anonym. Weder kennst deine Nachbarn noch hast du daran überhaupt ein Interesse. Die Menschen sind geschäftig und zu jeder Zeit im Stress. Oder?

 

Harald Sommerfeld zeichnet in seinem Buch „Mit Gott in der Stadt. Die Schönheit der urbanen Transformation“ ein ganz anderes Bild der Stadt – einer Stadt, in der Gottes Wirken entdeckt werden will. Mithilfe von Überlegungen zu den Begriffen „Mission“ und „Transformation“, stellt er in einem breiten Spektrum dar, was eine Stadt prägt und sie ausmacht. Er erzählt von Räumen und Orten, von Lebenswelten und von Kultur, von Gesellschaft, Identität und Geschichte. All diese Faktoren prägen das Bild einer Stadt und der Menschen in ihr. Das Buch spricht der Stadt eine größere Bedeutung zu als der eines bloßen Wohnraums, einer Ansammlung von Menschen und Häusern. Die Stadt wird zu einem Ort, an dem Gott bereits ist und wirkt und wirken will, einem Ort an dem sich Glaube und Spiritualität, Gemeinschaft und Transformation ereignen können. Sommerfeld macht anhand von Beispielen auf solche Orte aufmerksam. Das Buch ist keine Anleitung, wie Mission in einem bestimmten Kontext funktionieren oder verstanden werden kann, sondern vermittelt vielmehr eine bestimmte Haltung. Mit den Beispielen und Bibelstellen, den Überlegungen und Impulsfragen am Ende jeden Kapitels fordert es heraus, sich auf die eigene Stadt einzulassen. Es übt eine besondere Form der Wahrnehmung ein.

 

Ich denke dabei an unsere Guerilla-Art Aktion vor dem Büro. Mit großen bunten Kreidebuchstaben stehen dort auf dem Gehweg jede Woche neue Zitate geschrieben. Sie sollen den Alltagstrott für einen kurzen Moment unterbrechen und aufmerksam machen: auf die kleinen schönen Dinge, die es in unserer Umgebung gibt, ohne dass wir sie bisher wahrgenommen haben. Es lehrt eine besondere Form der Wahrnehmung, der Achtsamkeit, von der auch das Buch an vielen Stellen erzählt. Harald Sommerfeld gibt damit Impulse für die persönliche Sendungsbestimmung in der eigenen Stadt.

 

„Die Veränderungen eines lebendigen Systems wie der Stadt ist zu komplex, um von uns verursacht und gelenkt zu werden. Es spielen mehr Umstände eine Rolle, als wir überschauen können, mehr Faktoren, als wir beeinflussen können, andere Akteure, die wir nicht dirigieren können. Die Transformation der Stadt ist ein Werk der Missio Dei. Gott überschaut die relevanten Umstände, bringt die nötigen Faktoren hervor und verbindet die Akteure miteinander. Aber er tut es nicht ohne uns.“

 

„Mit Gott in der Stadt. Die Schönheit der urbanen Transformation.“ Harald Sommerfeld, 2016

 

Das Buch ist erschienen im Francke Verlag im Rahmen der Transformationsstudien (Band 8). Wir freuen uns, das Buch nun in unsere Kirche²-Büro-Bibliothek aufnehmen zu können. Zum Stöbern und Blättern laden wir immer herzlich ein vorbeizukommen. Gerne nehmen wir auch ein Rezensionsexemplar Ihres neuen Buches auf!

 

Julia Schönbeck

 

Nachtrag: Gekürzte Fassung der Redaktion.

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