Und was machen die gemeinen Wesen?

IMPULSE – 28. September 2015

Peter Meißner ist Projektleiter der „Initiative Gemeinwesendiakonie,“ einer Zusammenarbeit des Hauses kirchlicher Dienste in Hannover, der Diakonie in Niedersachsen und dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Er beschreibt, wie es zu dieser Kooperation kam und welche Unterstützungsmöglichkeiten sowie Veranstaltungen die Initiative anbietet.

 

„mittendrin“ – Gemeinwesen im Blick

 

2013 fing alles an, als sich 57 Kirchengemeinden zu einer Veranstaltung in Hannover zum Thema „Gemeinde im Sozialraum“ trafen. Endlich ging es mal nicht um Fusion oder Einsparung, sondern um die Belange der Kirchengemeinden, so der Wortlaut einiger Teilnehmer. Wie können wir mit anderen Akteuren zusammenarbeiten, wie schaffe ich es, den Bürgermeister von meinem Vorhaben zu überzeugen und wie und wo kann ich meine Beobachtungen teilen, um die Menschen in meinem Umfeld zu unterstützen und Abhilfe zu schaffen? Dies waren Fragen und Wünsche, die an diesem Tag geäußert wurden. Kirche soll und muss sich mehr im Stadtteil einbringen, denn schließlich hat man einen großen Wissensschatz und viele Ressourcen, die man in die Arbeit mit einbringen kann. Auch die Diakonie könnte hierbei eine wichtige Partnerin sein, schließlich hat sie die Menschen vor Ort im Blick und ist besonders im sozialen Bereich gut vernetzt. Schließlich wurde der Wunsch nach Unterstützung und Begleitung durch eine Koordinierungs- und Projektstelle laut.

 

Nun ist es soweit und die ev.-luth. Landeskirche hat zusammen mit dem Haus kirchlicher Dienste, der Diakonie in Niedersachsen und dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD das Projekt „Initiative Gemeinwesendiakonie“ aufgelegt. Ab dem kommenden Jahr haben 10 Kirchengemeinden in der Hannoverschen Landeskirche die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben.

 

Die Kirchengemeinden und Teams bekommen die Möglichkeit, sich gemeinwesendiakonisch aufzustellen oder ihr Profil weiterzuentwickeln. Dies kann zunächst bedeuten, dass eine Kirchengemeinde einen anderen Blick auf sich selbst entwickelt, der ihr soziales Umfeld im Stadtteil mit einbezieht. Später kann es darum gehen, zusammen mit anderen Akteuren vor Ort ein oder mehrere diakonische Projekte zu planen. Die Gemeinden werden bei diesem Prozess über mehrere Jahre begleitet und intensiv unterstützt.

 

Am 14. November 2015 findet im Stephansstift in Hannover eine Auftakt- und Infoveranstaltung statt. Hier werden erste Einblicke in die Arbeit der Gemeinwesendiakonie gegeben. Neben der Präsentation bereits bestehender Projekte, sollen Impulse der teilnehmenden Kirchengemeinden und Teams aufgegriffen werden und die Möglichkeiten der Initiative Gemeinwesendiakonie an diesen konkreten Beispielen dargestellt werden. Ebenso gibt es erste Informationen zum Projektverlauf und zur Projektteilnahme.

 

Unter www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/gemeinwesendiakonie sind weitere Informationen zugänglich.

 

Peter Meißner

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