Lust auf Campen?

IMPULSE – 19. September 2013

Ich lese gerne Blogs. Vor allem solche, die sich mit allem beschäftigen, was unseren (Berufs-)Alltag in der Zukunft bestimmen und positiv verändern könnte. Letzte Woche las ich in einem meiner Lieblingsblogs einen Artikel über einen für mich sehr sympathischen Ansatz von Teamwork. Das Blog gehört zu einer Firma, die Software herstellt; aber das, was beschrieben wird, geht über diesen doch sehr eingeschränkten Bereich hinaus.

 

Das Team nämlich nimmt »share everything« – also »Teile alles« – auf professioneller Ebene ernst: Jedes Mal dann, wenn ein Teammitglied für ein anderes etwas erledigt, wird diese Aufgabe nicht nur einfach so erledigt, sondern dem Gegenüber auch erklärt. »Whenever someone does something for someone else, let’s make sure it’s taught, too.« (Immer dann, wenn einer etwas für einen anderen tun, stellt sicher, dass er es auch erklärt.)

 

Natürlich hat das seine Grenzen: Zeitliche, inhaltliche, strukturelle. Aber der Gedanke ist doch interessant: Wissen teilen. Neues entstehen lassen und dabei gemeinsam und gleichberechtigt voneinander lernen. Das sorgt gleichzeitig für Nachhaltigkeit und Transparenz. Und im besten Fall kommt man dabei so ins Gespräch, dass es für das Team und die Aufgabe noch zu Verbesserungen führen kann.

 

Was mag das langfristig für einen Unterschied machen? Für eine Firma. Für ein Team. Und ich frage mich natürlich: Was würde es für Kirche bedeuten?

 

Mit einem ganz ähnlichen Ansatz wollen wir nun mit Kirchehoch2 weitergehen. Und zwar beginnen wir, auf Barcamps Räume und Zeiten zur Verfügung zu stellen; eben um zu teilen. Wissen und Fragen, Visionen und Träume. Das Veranstaltungsformat ist wie geschaffen dafür, die Kirche von morgen zu träumen. Jede*r Teilnehmende ist verantwortlich für das Programm, kann (und muss) es mit Fragen, Diskussionen und Workshops gestalten.

 

Ich habe dieses Format schon mehrfach – auch zu unterschiedlichen Themen – ausprobiert und kann nur sagen: Ja, das funktioniert. Und es funktioniert vor allem dann besonders gut, wenn viele verschiedene Menschen sich einbringen und teilen. Sich verantwortlich fühlen und auch so handeln. Und auch mit Fragen kommen, die derzeit einfach dran sind.

 

So starten wir also im November mit zwei Barcamps in Göttingen und Lüneburg. Der Titel »open your source« hat für mich mehrere Bedeutungsebenen: Zum einen spielt er natürlich mit dem Wortspiel »open source«, was in der Computerwelt bedeutet, dass man seinen Programmiercode frei und offen zur weiteren Verwendung zur Verfügung stellt. Der Programmierende teilt, wie etwas gemacht wird, sodass andere das Ganze verwenden und verbessern können. »Quelle« (also source) ist aber vor allem auch in der Spiritualität ein besonders häufig verwendetes Bild, das selbst wiederum viele Dimensionen umfasst.  Das alles unter dem Aspekt des Öffnens zu betrachten finde ich sehr reizvoll und natürlich steckt im dem »your« auch die Aufforderung, das partizipativ zu tun. Und schließlich steckt darin für mich auch ein bisschen etwas von der einen Quelle, dem einen Grund, aus dem wir leben und handeln dürfen. Schließlich soll an so einem Barcamp-Tag auch der heilige Raum und die heiligen Zeiten nicht zu kurz kommen. All das sollen die Barcamps umfassen. Und wenn Sie wollen noch viel mehr…

 

Hier gibt es mehr Informationen:

 

Was ist ein Barcamp?

 

Was hat das mit Kirchehoch2 zu tun?

 

Warum sollte ich kommen?

 

Einen großartigen Preis (den wir nicht nennen dürfen, weil man auf Facebook nichts verlosen darf) erwartet den Gewinner unseres »Werbbewerbs«: Druckt unsere Barcamp-Aufhänger aus und hängt sie auf. Macht davon ein Foto, postet es auf unserer Facebook-Pinnwand und schreibt kurz dazu wo euer Beitrag hängt. Der ungewöhnlichste Ort gewinnt! Wir sind neugierig auf eure Einsendung, denn so funktioniert Werbunghoch2…

 

Machs gut, Kirche

 

Open your source

 

Jetzt bin ich aber neugierig: Wer kommt denn alles und bringt welche Themen mit?

 

Maria Herrmann

 

 

Nachtrag: Dieser Impuls wurde von der Redaktion aus zwei vorherigen Posts zusammengeführt.

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