Gerne schauen wir zurück: auf das unglaubliche Echo, die beflügelnde Begeisterung, die kleinen und großen Macken des Kongresses – aber vor allem auf die Aufbruchsstimmung, die am Ende des Kongresses zu spüren war. Das war nämlich gelungen: euch alle mit hineinzunehmen in die Geschichte, die wir selbst als so inspirierend erfahren. Dass neue Aufbrüche möglich sind, ja dass sie schon stattfinden, und dass scheinbar viele Christinnen und Christen auf ein Aufbruchssignal gewartet haben.

 

Wahrscheinlich zum ersten Mal haben mit Kirchehoch2 eine evangelisch-lutherische Kirche und ein katholisches Bistum gemeinsam einen Kongress veranstaltet, um sich gemeinsam darüber auszutauschen, wie sie in ihrem Gebiet den christlichen Glauben glaubwürdig, verständlich und relevant leben und verkündigen. Kooperiert haben sie dabei mit anderen ökumenischen Partnern und u.a. der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN). Inspirationen haben sie auch von Kirchen in anderen Ländern und Kontinenten erhalten: England, Frankreich, Schweiz, USA und Philippinen.

 

Der Kongress hatte große Vorbilder: Schon 1910 hat sich die Weltmissionskonferenz in Edinburgh die Frage gestellt, wie die vielen Kirchen den einen Christus überzeugend verkünden können. Seit einer Tagung der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung 1952 in Lund ist in der Ökumene vom sogenannten „Lund-Prinzip“ die Rede. Es besagt: Die Kirchen sollen da, wo es irgend geht zusammenarbeiten.

 

Dieses „Lund-Prinzip“ findet sich auch in der Charta Oecumenica, auf die sich die Kirchen in Niedersachsen 2007 beziehen. Auf der Grundlage der Charta Oecumenica gilt eigentlich: Man muss begründen, was man nicht zusammen tut. Und deswegen blicken wir jetzt nicht mehr nach hinten und freuen uns, sondern nach vorne … und freuen uns weiter. Denn aus dem Kongress ist eine Bewegung geworden.

 

Kirchehoch2 als Bewegung heißt: wir tragen zusammen und entdecken miteinander, was uns bewegt und was uns in die Zukunft zieht. So entsteht eine Plattform für innovative und kreative Kirchenentwickler*innen und eine Austauschfläche, um Erfahrungen des Aufbruchs zu sammeln, zu sichten und zu teilen. Ein Lernort und vielen Gesichter – ein Spiegel für die Buntheit einer mixed economy.

 

Viel wichtiger als Kongresse und Veranstaltungen zu planen sowie Initiativen zu vernetzen ist uns, dass diese Bewegung einen „spirit“ hat: denn was war das Besondere an unserer Erfahrung beim Kongress 2013? Es war ein kleines Pfingstfest. Und nun gilt es, sich auf diesem Weg weiter führen zu lassen. Denn wir nehmen wahr, dass Kirche neu geboren werden will an vielen Orten. Und diese ermutigende Erkenntnis nehmen wir mit, wenn wir auf einem gemeinsamen Weg gewachsener und neuer Formen fortschreiten.

 

Kirchehoch2 ist also ein Entdeckungsweg und wir werden versuchen, online und offline den Raum dafür zu schaffen, dass alle diese Erfahrungen Gewicht bekommen, sich gegenseitig inspirieren können und die Bewegung befeuern, an deren Anfang wir stehen.

 

Nachtrag: Auch fünf Jahre nach dem Kongress, blicken wir gerne zurück. Auf Slams und Vorträge, Radiobeiträge und Interviews, Veröffentlichungen und Geschichten.

 

Maria Herrmann

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