Kennst du den?

IMPULSE – 25. Juli 2014

Ein Kurzfilm mit christlichen Werten

 

Es ist nun schon über ein Jahr her, dass sich mein guter Freund Leo und ich zusammensetzten und beschlossen, einen gemeinsamen Film zu drehen. Da für uns beide unser christlicher Glaube eine wichtige Rolle im Leben spielt, nahmen wir uns vor, diesen Glauben mit dem Medium Film zu verbinden. Mehrere Monate trafen wir uns regelmäßig, um herauszufinden, wie das genau aussehen könnte. Dies stellte sich nicht immer als einfach heraus. Wir wollten ein ästhetisches, qualitatives Werk schaffen, welches es vermag, Werte zu vermitteln, ohne dabei schulmeisterlich zu wirken. Die Suche nach der dafür geeigneten Geschichte war interessant, aber auch recht zäh. An manchen Tagen flogen uns nur wenige Ideen zu, an anderen zu viele, die uns in andere Richtungen führten. Bevor es zu dem „Durchbruch-Tag“ im Dezember 2013 kam, hatten wir wohl an vier verschiedenen Filmplots gearbeitet und nacheinander verworfen. An dem besagten Tag wurde sozusagen, die Grundidee des jetzt fertigen Films „Kennst du den?“ geboren. Als Inspirationsquelle diente uns dafür der Bibelvers „Was ihr für euch von den Menschen erwartet, das tut ihnen auch.“ (Matthäus 7,12) Danach dauerte es noch ca. zwei Monate bis ich das Drehbuch komplett fertig geschrieben hatte. Witzigerweise begannen die Proben mit den Schauspieler*innen aber schon vorher. Eine der Szenen wurde sogar erst während der Drehtagen vollends fertiggestellt, weil erst dann die nötige zündende Idee aufkam.

 

Die letzten zwei Wochen vor den Drehtagen (24.-26.Februar) waren sehr intensiv und wunderschön. Ich lebte in dieser Zeit nur für den Film, rund um die Uhr, und liebte es. Denn ich merkte sehr deutlich, dass es genau das ist, was ich machen will: Filmemachen, Regieführen. Obwohl Leo die Hauptrolle in dem Film bekommen hatte, übernahm er bis kurz vor den Drehtagen ebenfalls große Teile der Organisation. Dies war eine enorme Hilfe, ebenso wie die vielen Freund*innen, Kommiliton*innen, Bekannten und Verwandten, die sich bereit erklärten, uns zu unterstützen. Dies zeigte sich in Taten wie auch auf finanzieller Ebene. In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel die smd (Studentenmission Deutschland) Hildesheim sowie die ESG (Evangelische Studentengemeinde)
hervorzuheben.

 

An dem Tag vor dem ersten Drehtag konnte noch keiner so richtig glauben, dass es nun wirklich so weit ist. Die Zeit verging so schnell. Aber als ich am darauffolgenden Morgen an dem Feld in Itzum ankam (einer unserer Hauptdrehorte), kam ich sehr schnell in die bekannten Drehabläufe hinein und genoss jede Sekunde. Damit schließe ich auch alle unvorhergesehenen Schwierigkeiten mit ein, denn sie gehören einfach dazu und machen für mich unter anderem den Reiz des Drehs aus. Spät abends am 26. Februar waren schließlich die Dreharbeiten beendet, sodass wenig später die letzte Phase der Filmerstellung eingeläutet werden konnte: die Postproduktion. Schnell stellte sich dabei heraus, dass der Film statt der veranschlagten 10, eher 20 Minuten dauern wird. Ebenso bemerkte ich, dass leider eine komplette Szene ungeeignet war, weil sie bei zu geringem Tageslicht gedreht wurde. Schaue ich mir aber heute den Film an, vermisse ich sie gar nicht mehr. In Filmkreisen sagt man, der Film entstehe am Schneidetisch. Da ist wirklich etwas Wahres dran, wie ich in den Wochen mit meinem Cutter David Baur erleben konnte. Man hatte zwar schon monatelang die Bilder im Kopf, aber wenn sie dann wirklich zusammengefügt werden und ihnen ein Rhythmus gegeben wird, formt sich der Film erst so richtig vor den eigenen Augen. Diese Arbeit dauerte nochmal mehrere Monate, allerdings inklusive Pausen. Mit dem Ergebnis bin ich insgesamt sehr zufrieden, sehe jedoch, wie bei jedem meiner Filme, was
beim nächsten Mal besser gemacht werden muss. Ich kann aber sagen, dass es viele Momente gibt, die ich fast oder genau so viele Wochen vorher in meinem Kopf hatte.

 

Nun schaut die gesamte Filmcrew der Premiere am 28. Juli erwartungsvoll entgegen. Die meisten von ihnen haben den Film noch gar nicht gesehen und sind daher umso aufgeregter, wenn sie an dem Montagabend den Thega Filmpalast in Hildesheim betreten. Es ist so schön, wie innerhalb unseres Teams durch das gemeinsame Projekt Freundschaften enger wurden bzw. entstanden sind. Das und die große Fülle an Erfahrungen sind etwas, was neben dem fertigen Film, für jeden von uns immer bestehen bleiben wird. Und natürlich, besonders für Leo und mich, die Hoffnung, dass der Film auch beim Publikum einen bleibenden positiven Eindruck hinterlässt und sich etwas von dem vermittelt, was damals im Dezember in unseren Köpfen begann zu wachsen.

 

Tabea Salzmann

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